Benennung der Straßen im Bereich der ehemalige Sheridankaserne

Die Namengebung der Straßen auf dem Gebiet der ehemaligen Sheridankaserne sollte einem thematischen Schwerpunkt folgen. Unsere Überlegungen greifen dabei die Geschichte des Geländes als ehemaliger Militärstandort und Ort eines bedeutenden KZ Außenlagers auf. Sie stehen aber in Bezug zu den Themen Friedensstadt Augsburg und Kampf gegen das nationalsozialistische Unrechtsregime in der Stadt. Dabei bezieht unser Vorschlag auch den in unmittelbarer Nähe gelegenen Westfriedhof mit ein, in dem Ehrenhaine an Opfer des NS-Regimes erinnern und zum Frieden mahnen. Zudem führt er die Straßenbenennung im Stadtteil Pfersee fort, bei der Widerstandskämpfer und Verfolgte der NS-Diktatur wie zum Beispiel Clemens Högg, Bebo Wager, Hans Adlhoch, Leonhard Hausmann berücksichtigt wurden.
Die Benennung der Straßen nach Widerstandskämpfern und Opfern korrespondiert mit den Initiativen auf dem Gelände einen Denkort sowie einen Themenpfad zu Krieg und Frieden sowie Kampf um eine demokratische Gesellschaft einzurichten und würde gerade letzteren Vorschlag gut ergänzen.
Die folgende Aufzählung von Straßennamen berücksichtigt vor allem Menschen aus Augsburg, die sich gegen die Nationalsozialisten aufgelehnt haben oder durch das NS-Terrorsystem zu Tode gekommen sind. Bedacht wurden dabei Menschen verschiedener Opfergruppen und gesellschaftliche Bereiche beispielsweise aus Kirche, Arbeiterbewegung oder Militär und auch ein Häftling des KZ-Außenlagers Pfersee.
Es wurden keine noch lebenden Personen genannt. Ebenso wurde auf die Nennung von Personen verzichtet, wenn deren Namen in Augsburg schon als Straßennamen anderen Personen gewidmet wurden (z.B. Graf, Rehm, Seitz, Zimmermann u.a.).

Nach diesen Vorschlägen wurden Straßen auf dem Gelände benannt:

 Weitere Straßennamen auf dem Gelände (nicht auf der Vorschlagsliste):

  • John-May-Weg
  • General-Cramer-Weg
  • Oskar-Schindler-Straße

Pröllstraße

Anna Pröll
wurde am 12. Juni 1916 als zweites Kind von Karl und Rosa Nolan in Augsburg geboren. Sie geht in Pfersee zur Schule und ist im Sportverein Pfersee aktiv. Sie lernt den Beruf der Verkäuferin. 1932 tritt Anna Pröll der kommunistischen Jugend bei. Nach der Verhaftung der Eltern durch die Nationalsozialisten schließt sich Anna Pröll mit anderen Jugendlichen 1933 zu einer Widerstandsgruppe zusammen. Sie wird am 1. September 1933 verhaftet. Im Juli 1934 erfolgt die Verurteilung zu 21 Monaten Zuchthaus wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Sie verbüßt die Strafe in Einzelhaft . Sie wird im April 1936 aus dem Gefängnis Aichach ins Frauenkonzentrationslager Moringen überstellt. Dort wird sie erst im August 1937 entlassen. Ihr Vater, mit dem sie verurteilt wurde, wird am 31. Oktober 1937 im KZ Dachau ermordet. Im November 1938 heiratet sie den Widerstandskämpfer Josef Pröll, der schon 1939 für fast sechs Jahre in KZ-Haft genommen wird. Anna Pröll ist mit ihrem kleinen Kind auf sich allein gestellt. Trotzdem hält sie Kontakt zu Widerstandskämpfern in Augsburg und München. 1945 verweigert sich Anna Pröll der Einberufung als Militärhelferin und geht in die Illegalität. Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus betreut Anna Pröll zusammen mit ihrem Mann NS-Opfer. Bis ins hohe Alter ist sie gegen Neofaschismus aktiv. Für ihr Engagement erhält sie 2002 das Bundesverdienstkreuz und wird im März 2003 Ehrenbürgerin der Stadt Augsburg. Anna Pröll verstarb am 28.Mai 2006 in Augsburg.
Josef Pröll
Der gelernte Dreher Josef Pröll wurde am 19. März 1911 in Augsburg geboren. Als Mitglied der "Roten Hilfe" und der KPD wurde er nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in das KZ Dachau verbracht. Nach seiner Entlassung unterstützte er andere Verfolgte. Er sammelt mit anderen zusammen Gelder für notleidende Familien der verhafteten Nazigegner. Zu diesem Zweck verkaufen sie auch Schriften, die gegen das Naziregime gerichtet war. Josef Pröll wird 1939 erneut verhaftet und durchläuft die Konzentrationslager Buchenwald, Natzweiler und Dachau. Im KZ Buchenwald aktives Mitglied des illegalen Lagerkomitees. Er ist dort "Läufer der Effektenkammer". Zusammen mit vielen anderen wirkt er aktiv an der Selbstbefreiung des Lagers mit. Josef Pröll war insgesamt 8 Jahre und 6 Monate in KZ-Haft. Josef Pröll ist am 27. März 1984 gestorben.
Fritz Pröll
wurde am 23.04.1915 in Augsburg geboren. Der Mechaniker ist bei der MAN beschäftigt. Er schließt sich 1934 der "Roten Hilfe" an und sammelt mit anderen Gelder für notleidende Familien der verhafteten Nazigegner. Zu diesem Zweck verkaufen sie auch Schriften, die gegen die Naziregierung gerichtet waren.
Er wird wegen dieser Aktivitäten verhaftet und wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu drei Jahren Gefängnis, der höchsten Jugendstrafe der damaligen Zeit verurteilt. 1937 kommt er ohne weiteres Urteil ins KZ Dachau in die Strafkompanie. 1939 trifft er seinen Bruder Josef im KZ Buchenwald. Er befindet sich auch hier in einer Strafkompanie. Nach über einem Jahr im KZ Natzweiler wird es in das unterirdische KZ Dora überstellt. Fritz Pröll kommt im KZ Dora ins "Krankenrevier" als "Schreiber" und ist auch dort Mitglied der internationalen Widerstandsorganisation. Aus Angst bei der Folter andere zu verraten, nimmt er sich am 22.11.1944 das Leben. Die Organisation war durch einen Spitzel "aufgeflogen".
Alois Pröll
Der Feilenhauer Alois Pröll wurde am 7.4.1913 geboren. Er ist in Augsburg Mitglied der "Roten Hilfe" und des kommunistischen Jugendverbandes. Er sammelt mit anderen zusammen Gelder für notleidende Familien der verhafteten Nazigegner. schon im August 1933 wird er verhaftet und ins KZ Dachau verschleppt. Er kommt dort in die Strafkompanie und wird gefoltert und misshandelt. Nach seiner Entlassung erholt sich Alois Pröll von der "Gestapo-Sonderbehandlung" nicht mehr. Er starb im August 1942 im Alter von 29 Jahren an den Folgen der KZ-Haft.

Karl-Nolan-Straße
Karl Nolan wurde am 2. Mai 1891 in Gingen geboren. Er nimmt als Soldat am Ersten Weltkrieg teil und wandelt sich dabei zum Kriegsgegner. Er arbeitet als Webmeister in der Spinnerei-Weberei Pfersee. Er engagiert sich in Pfersee gegen den Krieg. Über die "Rote Hilfe" wird er später Mitglied der KPD. Schon 1932 wird er nach dem Verteilen von Flugblättern an einen Soldaten wegen "Wehrkraftzersetzung" zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Nach seiner Entlassung wird er 1934 erneut verhaftet und wegen Vorbereitung zum Hochverrat abgeurteilt. Er wird im KZ Dachau am 31. Oktober 1937 ermordet.

Walchstraße
Johann Walch geboren 8.3.1910 in Augsburg war Former in der MAN. Er versuchte gegen die Nationalsozialisten eine Unabhängige Sozialistische Gewerkschaft (USG) und den Internationalen Sozialistischen Kampfbund (ISK) in Augsburg aufzubauen. Er führte phantasiereiche Aktionen gegen das NS-Regime durch. 1938 verhaftet und 1939 zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt, kam er anschließend in mehrere Konzentrationslager. Seine Frau Anna Walch war ebenfalls Mitglied des ISK. Sie wurde 1910 geboren und war in der ZNFG beschäftigt. Anna Walch wurde 1938 verhaftet und 1939 zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt.

Max-Josef-Metzger-Straße
Er am 3.2.1887 in Schopfheim geboren. Er wurde 1911 zum Priester geweiht. 1919 gründete es die Missionsgesellschaft vom Weißen Kreuz, das heutige Christkönigsinstitut. Schon in der Weimarer Republik engagierte er sich für den Frieden. Als Gegner der NS-Kriegspolitik wurde er mehrmals verhaftet. 1943 verfasste er ein Memorandum gegen den Krieg und für einen deutschen Friedensstaat. Durch eine Agentin gelangte die Denkschrift in die Hände der Nationalsozialisten. Metzger wurde daraufhin verhaftet und zum Tode verurteilt. Er wurde am 17.4.1944 in Brandenburg hingerichtet.

Siegfried-Aufhäuser-Straße
Geboren 1861 in Augsburg als Sohn eines jüdischen Spirituosenfabrikanten. Der „Vater der deutschen Angestelltengewerkschaften“, rief gemeinsam mit dem Vorsitzenden des ADGB 1920 den Generalstreik gegen den rechten Kapp-Lüttwitz-Putsch aus. Später war Aufhäuser Vorsitzender der freien Angestelltengewerkschaft und Reichstagsabgeordneter der SPD. Trat 1932 nach von Papens „Preußenschlag“ erneut für einen Generalstreik ein. Er fand aber keine Gefolgsleute. 1933 emigriert: Prag, Paris, New York; 1951 zurück nach Berlin, 1952 – 1959 Vorsitzender des DAG-Landesverbands Berlin. Er starb 1969 in Berlin. Die DAG verlieh Jahr für Jahr die „Siegfried-Aufhäuser-Medaille“.

Ernst-Lossa-Straße
Ernst Lossa (1929 – 1944) war das Kind eines Augsburgers, der sein Geld mit hausieren verdiente. Der Vater wurde im Konzentrationslager ermordet. Ernst Lossa wuchs in Kinderheimen auf. 1942 wurde er in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren überwiesen. Die Urteile über den Buben sind unterschiedlich. Die Euthanasie-Vorgänge in Kaufbeuren und Irsee durchschaute er und versuchte, ihnen zu entgehen. Am 9. August 1944 wurde er dennoch ihr Opfer – er wurde nachts durch zwei Spritzen getötet. Dr. von Cranach, nach dem Krieg Leiter der Anstalt: „Er war nicht geisteskrank sondern nur schwer erziehbar!“

Wilhelm-Reitzmayr-Straße
geboren 26. 10. 1916 und verstorben 7. 8. 2001 in Linz/Donau. Er kämpfte für die spanische Republik, war ab 1941 Häftling im KZ Dachau sowie dann in den Außenlagern Haunstetten und nach dessen Zerstörung durch Bomben in Pfersee. Er weigert sich im KZ-Außenlager Pfersee, Mithäftlinge zu schlagen: „Ich habe nicht Blockältester werden wollen, ich bin dazu bestimmt worden. Ich bin Häftling wie die anderen“.

Weichenbergerstraße
Anna Weichenberger und Josef Weichenberger engagieren sich in der Roten Hilfe und unterstützen dabei Verfolgte des NS-Regimes. Im Sommer 1935 werden sie verhaftet und wegen Vorbereitung zum Hochverrat am 9.12.1936 abgeurteilt. Anna Weichenberger kommt für fünf Jahre ins Zuchthaus und danach in das KZ Ravensbrück wo sie am 26.7.1942 stirbt. Josef Weichenberger stirbt schon am 27. Mai 1937 im Zuchthaus Amberg. Er ist gerade erst 26 Jahre alt 

Otto-Sauler-Straße
Otto Sauler wurde 26.9.1900 in Augsburg geboren. Er arbeitete als Dreher in der MAN. Sauler war bis zur Zerschlagung Mitglied des Deutschen Metallarbeiterverbandes und der Naturfreunde und wurde zum Stellvertreter Bebo Wagers bei den Augsburger Revolutionären Sozialisten. Nach der Enttarnung der Gruppe im April 1942 wurde er im August 1943 vom Volksgerichtshof zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Sheridan-Weg
Carl V. Sheridan war Gefreiter in der 47. US-Infanteriedivision und ist am 26.11.1944 vor der Festung Frenzenberg gefallen. Er wurde posthum mit dem höchsten Tapferkeitsorden, der Medal of Honor, ausgezeichnet. Er wurde zum Namengeber der Sheridankaserne.

Otto-Schalk-Straße
Otto Schalk, geboren am 15.4.02, war Mitglied der MAN-Gruppe der Augsburger Revolutionären Sozialisten um Bebo Wager. Schalk arbeitete als Kraftfahrer und war wegen seiner Mitgliedschaft in der KPD von 1934 bis 1936 im Konzentrationslager Dachau. Nach der Enttarnung der Gruppe im April 1942 wurde er im September 1943 vom Oberlandesgericht München zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt.

Martin Grill
wurde im Jahr 1903 geboren. Er lernte Spengler und war später in der ZNFG beschäftigt. Er versuchte gegen die Nationalsozialisten eine Unabhängige Sozialistische Gewerkschaft (USG) und den Internationalen Sozialistischen Kampfbund (ISK) in Augsburg aufzubauen. Grill wurde 1938 verhaftet und 1939 zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Josef Eder
Der Maler Josef Eder erlitt schon 1933 wegen seiner KPD-Mitgliedschaft das KZ Dachau. 1942 wurde er wegen regimekritischer Äußerungen erneut festgenommen und vom Volksgerichtshof abgeurteilt. Er wurde am 21.9.1943 im Zuchthaus Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Max Reeß
(12.8.1907 – 20.3.2000) leitete Mitte der Zwanziger Jahre die Sozialistische Arbeiterjugend, war Mitglied im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und Betriebsrat in der Spinnerei-Weberei Pfersee. Er engagierte sich nach 1933 in einer Widerstandsgruppe um Bebo Wager. Von dieser Gruppe wurden Informationen über die Situation in Augsburg gesammelt und an die SOPADE übermittelt bzw. Informationsschriften der SOPADE in Augsburg verteilt. Reeß war dabei vor allem als Motorrad-Kurier tätig. Er baute nach dem Nationalsozialismus die Jugendorganisation Die Falken in Schwaben mit auf und war später Stadtrat der SPD in Augsburg. Für sein Lebenswerk in der Arbeiterbewegung erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Lorenz Kolbeck
wurde 1910 geboren. Er wohnte in Pfersee und war in der Laubsägenfabrik Eberle beschäftigt. Er versuchte gegen die Nationalsozialisten eine Unabhängige Sozialistische Gewerkschaft (USG) und den Internationalen Sozialistischen Kampfbund (ISK) in Augsburg aufzubauen. Er unterstützte andere Verfolgte. Kolbeck wurde 1938 verhaftet und 1939 zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Josefa Röhrl,
geboren 1917 war Tochter des Gewerkschaftssekretärs und Widerstandskämpfers Franz Adlhoch und war bei der Besetzung des Augsburger Volkshauses durch die SA anwesend. Sie war bis zur Auflösung Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend, engagierte sich nach 1933 in einer Widerstandsgruppe um Bebo Wager. Von der Gruppe wurden Informationen über die Situation in Augsburg gesammelt und an die SOPADE übermittelt bzw. Informationsschriften der SOPADE in Augsburg und Schwaben verteilt. Röhrl engagierte sich nach dem NS-Regime beim Aufbau der Gewerkschaft Druck und Papier in Augsburg.

Josefa Miller
wurde 1868 geboren. Sie engagierte sich in der KPD und in der Roten Hilfe. Sie unterstützte dabei Verfolgte des NS-Regimes. Die Gruppe wurde im Sommer 1935 aufgedeckt und die Mitglieder wurden verhaftet. Josefa Miller wird wegen Vorbereitung zum Hochverrat im Dezember 1936 verurteilt. Sie wird zwar aus dem Gefängnis ins Augsburger Krankenhaus überstellt, stirbt aber am 13. Mai 1937 an den Folgen der Haft.

Irma Fechenbach,
geb. Epstein (1895 – 1973). Die Tochter eines Augsburger Rechtsanwalts heiratete 1926 den Journalisten und Puppenspieler Felix Fechenbach. Als Sozialist und enger Mitarbeiter Kurt Eisners war dieser ein entschiedener Gegner der Nationalsozialisten, die ihn 1933 in einem Wald bei Detmold erschossen. Irma Fechenbach verließ daraufhin Deutschland. In der Schweiz gab sie Bücher ihres Mannes neu heraus, schrieb Artikel für Zeitungen und erzog unter schwierigsten Lebensumständen ihre Kinder in ihrem und ihres Mannes Sinne. 1946 emigrierte sie in die USA, wirkte dort als Krankenschwester. Sie kehrte 1953 in die Schweiz zurück. Dort trat sie in die Sozialdemokratische Partei ein. 1973 verunglückte sie mit dem Fahrrad tödlich.

Karl Hitzler
engagierte sich schon zu Beginn des NS-Regimes in der Roten Hilfe in Augsburg und unterstützen dabei Verfolgte und die Familien von Verhafteten. Im Sommer 1935 wurde er nach der Enttarnung der Gruppe verhaftet und im Dezember 1936 abgeurteilt. Er wurde wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu Zuchthaus verurteilt und später in ein Konzentrationslager eingewiesen. Er ist am 28. April 1941 im KZ Buchenwald gestorben. 

Bernhard Beischlag
war bis zur Auflösung Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend beziehungsweise der SPD. Beischlag arbeitete zunächst in der Kältemaschinenfabrik Bayer, später in der Messerschmitt AG. Er engagierte sich nach 1933 in einer Widerstandsgruppe um Bebo Wager. In Augsburg wurden Informationen über die Situation vor Ort, insbesondere auch über die Beschäftigungsbetriebe der Mitglieder gesammelt und an die SOPADE übermittelt bzw. Informationsschriften der SOPADE in Augsburg verteilt. Beischlag gehörte zu den engeren Vertrauten Wagers. Er unternahm unter anderem Kurierfahrten mit illegalem Informationsmaterial. Beischlag wurde nach der Enttarnung der Revolutionären Sozialisten abgeurteilt. Er war später Stadtrat der SPD in Augsburg. 

Josef Inhofer
wurde am 23.6.1915 geboren. Der gelernte Schreiner engagierte sich in der katholischen Jugendbewegung. Er war Präfekt des Katholischen Jungmänner-Verbandes der Pfarrei St. Peter und Paul in Augsburg-Oberhausen. Am 8.11.1935 wurde er als Verantwortlicher bei einem Jugendgruppentreffen in der Kirche verhaftet. Er berief sich auf das Konkordat, das katholische Jugendarbeit erlaubte. Aufgrund seines Widerspruchs wurde er für fast zwei Jahre ins KZ Dachau verbracht und erst am 6.10.1937 aus der Schutzhaft entlassen. Am 17.9.1941 ist er an der Ostfont gefallen.

Professor Winfried Nerdinger unterstützt zu der vorgestellten Liste die Benennung einer Straße nach Eugen Nerdinger.
Eugen Nerdinger
(1910-1991) war bis zur Auflösung Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend. Er war nach 1933 zusammen mit Bebo Wager der führende Kopf einer Widerstandsgruppe in Augsburg. Wager und Nerdinger pflegten einen regen Austausch über die konspirative Arbeit der SPD im Nazi-Deutschland mit Waldemar von Knoeringen, ihrem Kontaktmann der EXIL-SPD. Zudem wurden von der Gruppe Informationen über die Situation in Augsburg gesammelt und an die SOPADE übermittelt bzw. deren Informationsschriften in Augsburg verteilt. Nerdinger reduzierte 1937 bedingt durch die Aufnahme eines Kunststudium die Betätigung in der Widerstandsgruppe blieb aber in engem Kontakt zur Gruppe der Revolutionären Sozialisten um Wager und Frieb. Nerdinger wurde 1942 nach der Enttarnung der Revolutionären Sozialisten verhaftet und 1944 abgeurteilt. Er war später Professor an der Fachhochschule Augsburg.